Mit der Produktion von Richard O’brien's Rocky Horror Show brachte unsere Bühne eines der provokantesten und zugleich einflussreichsten Bühnenwerke des 20. Jahrhunderts auf die Bühne. Das Musical von Richard O’Brien, uraufgeführt 1973 in London, verbindet Rockmusik, Glam-Ästhetik, Horrorfilm-Parodie und gesellschaftliche Satire zu einem einzigartigen Theatererlebnis, das weltweit Kultstatus erlangte.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Brad Majors und Janet Weiss, zwei junge Menschen, deren geordnete Welt durch eine zufällige Begegnung aus den Fugen gerät. Nach einer Autopanne landen sie im Schloss des exzentrischen Dr. Frank’n’Furter, eines schillernden Außerirdischen und selbsternannten Wissenschaftlers. Zwischen funkelnden Kostümen, bizarren Experimenten und mitreißender Musik entspinnt sich eine Geschichte über Begehren, Identität und die Befreiung von gesellschaftlichen Normen.
Unsere Inszenierung betonte den sinnlichen Überschwang und den anarchischen Humor des Stücks. Die Choreografien verbanden expressive Bewegung mit rockiger Energie, während das Bühnenbild durch Lichteffekte, Retro-Elemente und überbordende Farben eine Atmosphäre zwischen Trash und Glamour erzeugte. Charakteristisch waren die aufwendig gestalteten Kostüme, die das Spiel mit Rollenbildern und Geschlechteridentitäten auf ironische Weise zugespitzt haben.
Besondere musikalische Höhepunkte bildeten die Songs „The Time Warp“, „Sweet Transvestite“ und „Touch-a, Touch-a, Touch Me“, die längst zu Klassikern geworden sind. Durch die Kombination aus Rock’n’Roll, Satire und Selbstironie entwickelte sich die Aufführung zu einem Fest der Freiheit und Individualität.
Mit The Rocky Horror Show wurde ein Stück Theatergeschichte Teil unseres Repertoires – ein Ereignis, das durch seine Energie, seinen Humor und seine ungebändigte Lebenslust das Publikum nachhaltig beeindruckte.