Wer schon einmal in Paris war, kennt die Opéra Garnier vielleicht. Das monumentale Gebäude im Herzen der Stadt gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt.
Gebaut wurde das Opernhaus im 19. Jahrhundert nach den Plänen des Architekten Charles Garnier. Napoleon III. hatte den Bau einer neuen Oper in Auftrag gegeben, nachdem Paris unter seiner Herrschaft umfassend umgestaltet worden war. 1875 wurde das Gebäude schließlich eröffnet.
Schon seine Architektur ist spektakulär. Die große Freitreppe, die vergoldeten Ornamente, die Marmorsäulen und der berühmte Zuschauerraum vermitteln den Eindruck einer Welt, in der alles größer und prächtiger sein musste als anderswo. Doch die Opéra Garnier besitzt noch eine zweite Seite. Unterhalb der prachtvollen Säle befinden sich Räume, Schächte, technische Anlagen und ein großes Wasserreservoir. Für einen Schriftsteller wie Gaston Leroux war das ein Geschenk. Denn während die Zuschauenden oben Opern und Ballett sahen, existierte unter ihren Füßen eine Welt, die kaum jemand zu Gesicht bekam.
Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis des Phantoms. Eine vollständig erfundene Geschichte kann spannend sein. Eine Geschichte, die an einen realen Ort gebunden ist, bekommt dagegen eine andere Wirkung.
Die Opéra Garnier steht noch heute in Paris. Man kann durch ihre Säle gehen, die berühmte Treppe sehen, den Zuschauerraum betreten. Und irgendwo unter diesem Gebäude befindet sich tatsächlich das Wasserreservoir, das Gaston Leroux für seine Geschichte inspirierte.
Dazu kommt der reale Kronleuchter-Unfall, die alten Legenden, Lerouxs journalistischer Erzählstil. Und schließlich kommt Webbers Musik hinzu, die all diese Elemente in Bilder verwandelt hat, die Millionen Menschen kennen. So entsteht eine Geschichte, die sich beinahe wie eine historische Erinnerung anfühlt, obwohl sie im Kern Fiktion ist.

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