Über 160 Jahre nach dem Erscheinen von Hugos Weltbestseller brachte Disney 1996 eine Trickfilm-Adaption unter dem Titel „Der Glöckner von Notre Dame“ in die Kinos. Die unvergesslichen Songs darin stammten vom mehrfach Oscar-prämierten Komponisten Alan Menken, der bereits die Songs für frühere Disney-Klassiker wie „Arielle, die Meerjungfrau“, „Die Schöne und das Biest“, „Aladdin“ und „Hercules“ geschrieben hatte; die einfühlsamen Texte verfasste der Komponist und Texter Stephen Schwartz, der später u.a. das Musical Wicked komponierte. Schwartz und Menken hatten bereits im Jahr davor erfolgreich beim Disney-Film „Pocahontas“ zusammengearbeitet und entschieden sich für eine erneute Kollaboration bei „Der Glöckner von Notre Dame“.
Zur Vorbereitung unternahmen Menken, Schwartz und viele weitere der am Film beteiligten Kreativen eine Reise nach Paris und besichtigten die Kathedrale Notre-Dame, um das richtige Gespür für den Handlungsort, die Atmosphäre und die Charaktere zu bekommen – und sich direkt am Ort des Geschehens inspirieren zu lassen; so wie Stephen Schwartz, der mit seinem Notizblock alleine die Glockentürme besichtigte und am Ende der Reise den Text von Quasimodos Song „Draußen“ fertiggeschrieben hatte.
Disneys „Der Glöckner von Notre Dame“ war ein globaler Erfolg und einer der erfolgreichsten Filme des Jahres 1996. Für ihre Songs erhielten Alan Menken und Stephen Schwartz eine Oscar-Nominierung in der Kategorie „Beste Musik“.
Aus dem Film von 1996 ging eine grandiose Partitur von Komponist Alan Menken und Texter Stephen Schwartz hervor, die nicht lange auf eine Bühnenadaption warten musste. Eine erste Fassung mit dem Titel Der Glöckner von Notre Dame feierte 1999 in Berlin Premiere und lief drei Jahre lang mit großem Erfolg. Bis es seine endgültigen Bühnenfassung erhielt, sollte das Projekt jedoch noch ausgebaut werden. Ein Jahrzehnt lang hielten Alan und Stephen gemeinsam mit Thomas Schumacher, dem Präsidenten und Produzenten von Disney Theatrical, sowie dessen Team die Flamme hoch und suchten nach einer zündenden Idee, wie man weiter vorgehen könnte.
Da trat Regisseur Scott Schwartz auf den Plan und schlug eine mitreißende, ganz neue, intimere Bühnenvision für Quasimodos Reise ins Paris des Jahres 1482 vor. Gemeinsam mit Alan Menken, Stephen Schwartz und dem Librettisten Peter Parnell schufen Scott und Disney eine neue, düsterere, erwachsenere und zugleich zutiefst theatralische Fassung, die noch stärker von Victor Hugos Roman inspiriert war, Originalpassagen aus dem Werk integrierte und die beliebte Musik aus dem Disney-Film erweiterte. Diese Produktion wurde in der Spielzeit 2014/2015 am La Jolla Playhouse und am Paper Mill Playhouse uraufgeführt und 2015 in einer wundervollen Studio-Cast-Aufnahme festgehalten.
Ob als Roman, Trickfilm oder Musical: jede Version von Hugos Werk interpretiert die Geschichte von Quasimodo, Esmeralda, Frollo und den anderen Figuren aufs Neue und fragt: Wie erzählen wir heute von Außenseitertum, Sehnsucht, Mut – und von der überwältigenden Kulisse Notre-Dames? Und vielleicht ist das das Begeisternde an diesem Stoff: Er erinnert daran, dass große Geschichten nicht altern. Sie wechseln nur die Bühne – und treffen uns immer wieder an derselben Stelle im Herzen.