Die Hintergründe
Das Berlin der Roaring Twenties
Die Legenden der 20er Jahre
Der Charleston ist der Modetanz der 20er Jahre. Landauf, landab schleudert man die Beine hoch, schwingt die Arme – und wirft die strengen Regeln von klassischen Gesellschaftstänzen á la Walzer über Bord. Der Charleston, erfunden in der gleichnamigen amerikanischen Stadt, schwappt zusammen mit dem Jazz nach Europa und sorgt sofort für Furore. Statt kontrolliert über das Parkett zu schweben dürfen beim Charleston die Füße und Beine in den wildesten Variationen hochgeworfen werden, während die Arme schlackern und die Hüften kreisen. Und das Beste: Man kann ihn nicht nur als Paar – ob als Mann und Frau, Frau und Frau oder Mann und Mann – sondern auch ganz alleine tanzen. In Europa wird der Modetanz vor allem durch die legendären Auftritte von Josephine Baker bekannt. Den ersten Charleston in einer Filmaufnahme legt Bessie Love 1925 in der Liebeskomödie King on Main Street aufs Parkett.
Als Paar tanzen und doch richtig aufdrehen? Kein Problem mit dem Lindy Hop! Man liegt sich nicht mehr in schmachtender Walzer-Haltung in den Armen, aber tanzt doch mit einem Partner. Mit federnden Knien ist erlaubt, was gefällt – gerne auch gewagte Akrobatik oder Hebefiguren. Der freiheitsliebende Tanz entstand Ende der 20er Jahre und wurde durch den legendären Savoy Ballroom in Harlem berühmt. Spätestens in den 30er Jahren erlag ganz Amerika dem Lindy-Hop-Fieber und tanzte in Ballsälen, auf der Bühne und im Film zu den rasantesten Big-Band-Sounds. Noch heute auf der ganzen Welt beliebt, gilt der Lindy Hop als Wegbereiter von Tänzen wie Jive, Boogie-Woogie und den akrobatischen Formen des Rock ’n’ Roll.